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Wenn noch Tinte und Papier gefragt sind: Grenzen der Digitalisierung…

Cham24 post on Januar 10th, 2019
Posted in Tech allgemein

Der Brockhaus und andere berühmte, altehrwürdige Lexika gibt es nicht mehr in Papierform.

Sie sind schon vor langer Zeit eingestellt worden.

Zeitungen in Papier sterben einen langsamen aber stetigen Tod.

Die Zeitungen in Papierform verlieren nach und nach ihre Leserschaft.

Die alten Leute lesen sie noch in bedrucktem Papier, die jüngeren Leute im Internet und immer mehr Leute nichtmal mehr am Tischrechner (desktop computer), sondern am Smartfon.

Denn selbst stationäre Geräte wie PCs verlieren an Bedeutung. Google hat daher “mobil zuerst” (mobile first) vor einigen Jahren bestimmt. Das ist die neue Parole.

Alles wird immer schneller, immer mobiler.

Ob Kabelinternet die Zukunft ist, das erscheint zweifelhaft, obwohl der Kanton Graubünden bzw. dessen nicht gerade internetaffine Regierung gerade darauf setzt, darüber hatte ich hier geschrieben.

Alles wird digital

Ich selbst sammle alte historische Bücher, aber das ist die Ausnahme. Nicht viele tun das. Viele schöne und wertvolle Bücher landen sogar im Müll, weil die Leute nicht mehr gewohnt sind, Bücher nicht-digital zu lesen.

Es ist ein unaufhaltsamer Trend und das ist auch gut so.

Jeder, der einmal eine Firmenbuchhaltung oder mehrere Firmenbuchhaltungen auf digital umgestellt hat und Regale von Ordnern wegen der gesetzlich vorgeschriebenen Aufbewahrungspflicht digitalisiert hat, weiß, wieviel Raum und Platz das spart.

Grenzen der Digitalisierung

Trotzdem gibt es lustigerweise ein paar Grenzen der Digitalisierung.

Ein Beispiel:

Ich hatte vor 3 Jahren eine Domain (inspiriert.ch) verkauft an einen Mann, der sie seiner Frau zum Geschenk machen wollte.

Normalerweise ein rein digitaler Prozeß. Das Geld wird überwiesen, der Transferkode für die Webdomäne beantragt. Die Domainübertragung findet statt über den Registrar und fertig.

Es gibt noch Leute, die Füllfederhalter benutzen. Und sogar Leute, die - wie der Autor dieser Zeilen - sogar in deutscher Schrift (heute wird im deutschsprachigen Raum ja zu 99% in lateinischer Schrift geschrieben) schreiben können und diese nicht nur lesen können.

Es gibt noch Leute, die Füllfederhalter benutzen. Und sogar Leute, die – wie der Autor dieser Zeilen – sogar in deutscher Schrift (heute wird im deutschsprachigen Raum ja zu 99% in lateinischer Schrift geschrieben) schreiben können und diese nicht nur lesen können.

Ein rein digitaler Prozeß, der nur Minuten dauert, sofern ein Sofortzahldienst und nicht Banküberweisung, die heutzutage perfiderweise noch länger dauert manchmal als im Mittelalter als Zahlungsmethode gewählt wird.

Obwohl die Transaktion in diesem Falle rein digital gelaufen ist, wurde trotzdem der Weg des Papiers gewählt.

Ich hatte damals die Idee, daß es schöner wäre, eine Urkunde zu erstellen. Weil die Domain ein Geschenk für die Frau des Käufers werden sollte.

Der Käufer fand die Idee super.

Und wir gingen zu einem Notar, Notariat Bolliger, und dort wurde die Übertragungsurkunde, die ich zuvor erstellt hatte, ausgedruckt und die Unterschriften der Verkäuferschaft und der Käuferschaft reingeschrieben.

Anschließend beglaubigte der Notar die Unterschriften von Verkäufer und Käufer.

Der Grund, warum dieser Weg hier der Schönere war, war, weil so eine Urkunde als Geschenk (ich glaube, es war ein Geburtstagsgeschenk) in Papierform vorhanden war und diese auch übergeben werden konnte.

Eine digitale Sache kann man zwar auch übergeben, aber eben nicht physisch. Und bei manchen Anlässen ist eben der Luxus eines körperlich und nicht nur digital vorhandenen Dokumentes etwas Schönes.

So wie in diesem Falle.

Hier kommen dann noch Papier und bei den Unterschriften Kugelschreiber, ober wie bei Notaren und Urkundspersonen auch heute noch üblich auch schöne Füllfederhalter zum Einsatz.

Warum Luxus-Füllfederhalter wie auch Luxus-Uhren weiter ein Zukunftsmarkt bleiben werden

Füllfederhalter werden also immer da genutzt, wo eine besondere Form gefragt ist.

Und auch die Digitalisierung tut dem keinen Abbruch, vielleicht sogar im Gegenteil.

Wer Wert auf besondere Form legt, benutzt eben gerade eine solche “papier-ernde” Form.

Es drückt Wertschätzung aus, es drückt Besonderheit aus.

Auch bei anderen Anlässen wie z. B. dem Schreiben einer Glückwunschkarte oder einem Liebesbrief, einer Karte zu einer Geburt, da macht es doch immer einen viel liebenswerteren und schöneren Eindruck für den Empfänger oder die Empfängerin, wenn es handgeschrieben ist.

Luxusuhren und Luxusfüllfederhalter sind auch in Zeiten der Digitalisierung gefragt. (Bildquelle: www.luxus-schreibgeraete.de)

Und wenn derjenige noch einen Füllfederhalter anstatt eines Kulis benützt, umso mehr.

Es zeigt eine gewissen Klasse, zeigt Stil.

Und so wundert es nicht, daß es auch heutzutage noch Füllfederhalter-Manufakturen gibt.

Es ist so wie mit Luxusuhren.

Ein Kunde will zurzeit eine Webpräsenz für den Vertrieb von Luxusuhren bekommen.

Wir unterhielten uns gestern, daß Uhren eigentlich unnütz sind, man sie ja nicht braucht. Sie sind also ein Zeichen von Lebensstil und Lebensart.

Denn jeder hat heutzutage sein Smartfon auf dem er problemlos die Uhrzeit sieht. Was im Übrigen ein Grund ist, daß viele Leute keine Uhren mehr tragen.

Aber andere haben umso mehr Freude am Tragen schöner Uhren.

Daher laufen Luxus-Uhren mehr und der Absatz von 0815-Uhren bricht wahrscheinlich ein. Zumindest nach dem, was man hört, laufen solche Uhren nicht mehr so gut, andere Zeitmesser mit hoher Qualität und in schöner Ausführung hingegen schon.

Remo Maßat

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