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Gratis-Webseite Jimdoo: Die teuerste Webseite…

Viele Leute sammeln zurzeit Erfahrungen mit dem deutschen Gratis-Webseiten-Anbieter Jimdoo und anderen Gratis-Anbietern. Was ist davon zu halten?

Jimdoo ist ein Gratis-Webseiten-Anbieter, der ab der Grundversion 2 und der Profi-Version dann allerdings recht teuer ist. Wenn man also alles mit Jimdoo eingerichtet hat und Support oder Zusatzfunktionen braucht, muß man zahlen.

So wie anderen angeblich-vermeintlichen Gratis-Webseiten-Anbietern auch.

Aber für die kleine Lokalbeiz oder einen Kleinverein lokaler Prägung wie z. B. den Pudelzuchtverein in einem Ort kann durchaus eine Gratis-Webseite Sinn machen.

Denn: Diese Mini-Geschäfte brauchen keine gute Suchmaschinenplatzierung.

Für alle anderen gilt: Sie brauchen eine gute Platzierung in den Suchmaschinen.

Etwa der Anbieter von Geweihen, sollte bei den Suchmaschinen oben gelistet sein, namentlich beim Suchwort Geweihe…

Oder auch ein Maler oder sonstwer, er nicht nur Kunden hat, die sowieso kommen (wie bei der Lokalbeiz oder sowas äußerst Spezifischem wie Pudelzuchtvereinen, von denen es ja wirklich nicht viel Konkurrenz geben dürfte… )

Jeder, der übers Internet Kunden bekommen möchte, braucht eine gute Suchmaschinenplatzierung. Beim eigenen Namen gefunden zu werden, das verkaufen dann oft Betrüger (nichts anderes sind solche Leute in meinen Augen) als ein tolles Ergebnis.

Doch jeder, der ein Geschäft oder einen Verein oder eine Person schon kennt, der ist kein neuer Kunde, kein neues Vereinsmitglied, kein neuer Wähler.

Wer neue Kunden, neue Mitglieder, neue Wähler erreichen will, der muß bei wichtigen Suchbegriffen gefunden werden.

So muß eine Organisation, die sich beispielsweise „freizügig.ch“ heißt und sich für die Ausweitung der Personenfreizügigkeit auf die ganze Welt einsetzt , z. B. beim Wort „Personenfreizügigkeit“ gefunden werden. Oder eine Organisation, die sich für Tradition und Werte einsetzt, muß denn auch bei den entsprechenden Suchbegriffen gefunden werden. Beim eigenen Namen auf Platz 1 zu sein ist keine Kunst und bringt keine neuen Leute.

Alles zu abstrakt? Gut, werden wir konkret:

Ein konkretes Beispiel für die Auswirkung von Gratis-Webseiten auf die Suchmaschinen:

So muß z. B. die Organisation Anbindestall.ch beim Suchwort Anbindestall gefunden werden.

Ladezeit von Webseiten ist ein "Ränking"-Faktor für Google. Weil Google gemerkt hat, daß die Leute Seiten hassen, die laaaangsam laden. Irrwitzigerweise lädt grad nichteinmal die Webseite von Jimdoo selbst... (siehe Foto)Dieser Kunde hatte zuerst eine Webseite von der Schweizer Internetagentur Schlagwort AG, dann meinte ein Vereinsmitglied, es gänge noch ein bißchen billiger bzw. gratis und der Verein hatte eine Webseite von Jimdoo.

Einzig das Problem: Die Seite war plötzlich nicht mehr auf Platz 1 beim Suchbegriff Anbindestall. Soviel zu den Jimdoo-Erfahrungen des Vereins.

2 Jahre später wurde der Verein wieder Kunde bei Schlagwort AG und nun ist der Verein wieder auf Platz 1 beim Suchwort Anbindestall.

Fußnote: Und hat inzwischen an die 2.000 Mitglieder.

Sie glauben nicht, was Sie hier lesen?

Es ist natürlich zwiespältig, wenn so etwas vom Geschäftsführer einer Schweizer Internetfirma verfaßt wird.

Denn man könnte annehmen, er schreibt es nur, weil Jimdoo und Co mißliebige Konkurrenten sind.

Und es wäre ein Grund, diesen Beitrag kritisch zu lesen: Sie glauben also nicht, was Sie hier lesen?

Ok, dann sagen Sie mir bitte auch nur eine einzige Jimdoo-Seite, die bei einem wichtigen Suchbegriff oder Suchstrang „ränkt“ (also eine gute Google-Einstufung hat und oben auf den ersten Plätzen gelistet wird).

Und dann nochwas

Wenn Jimdoo so gut wäre, wie weisgemacht werden soll: Warum ist dann keine wirklich bedeutende Firma, kein wirklich bedeutender Verein, keine wirklich bedeutende Organisation oder Persönlichkeit bei Jimdoo?

 

Remo Maßat

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2 responses .

  1. Torsten sagt:

    Hallo Remo,

    ich stimme dir voll und ganz zu. Man ist völlig auf die Möglichkeiten des Baukastensystems beschränkt. Meines Wissens kann man ja noch nicht einmal per FTP auf seine Dateien zugreifen, um zum Beispiel eine eigene robots.txt-Datei zu erstellen oder eigene Konfigurationen an den Theme-Dateien vorzunehmen.

    Für unbedarfte Benutzer, die sich sowieso gar nicht mit HTML und CSS befassen wollen und, wie du schreibst, nicht unbedingt gefunden werden müssen per Suchmaschine, ist das ja ganz in Ordnung. Für ernsthafte Webauftritte im geschäftlichen Umfeld kann so was kaum in Frage kommen.

    Aber auch die ganzen Baukästen anderer Anbieter sind ja nicht besser, ich habe einige ausprobiert oder bin von Kunden darauf aufmerksam gemacht worden. In einem Fall habe ich dann darauf aufmerksam gemacht, dass bei bestimmten Bildschirmgrößen bzw. Browserfenstergrößen das Layout zerschossen aussah – wenn ich mich richtig erinnere, war die Schrift so verrutscht, dass sie über Bildmaterial lief, wo sie gar nicht hingehörte; das war bei Wix der Fall.

    Und manche Baukästen, die sich eher an etwas fittere Anwender/innen wenden, sind so komplex und haben eine solche steile Lernkurve, dass ich mir denke: Bei dem Zeitaufwand kann ja der User gleich HTML/CSS lernen. Und wer mehr Geld als Zeit hat, beauftragt sowieso einen Webdesigner.

    Übrigens: Jimdo wird nur mit einem o am Ende geschrieben!

    Viele Grüße
    Torsten

    • Cham24 sagt:

      Es ist ja so, daß viele Hoster sich ein Nebengeschäft aufgebaut haben, indem sie Baukasten-Webseiten anbieten.

      Leider weisen sie die Kunden nicht darauf hin, daß eine liebevoll individuell erstellte Webseite für die Suchmaschinen viel besser ist als eine Schablone.

      Auch Google hat ja gemerkt, daß solche Wegwerfwebseiten oft keine lange Lebensdauer haben.
      Und entsprechend „ränken“ sie. Bzw. ränken eben nicht.

      Wer also Besucher auf seiner Webseite will, die dadurch kommen, der verzichte auf WIX, Jimdo und andere vermeintlichen Gratis-Anbieter (die dann doch Gebühren erheben, z. B. für das Hosting).

      Zitat: „Und manche Baukästen, die sich eher an etwas fittere Anwender/innen wenden, sind so komplex und haben eine solche steile Lernkurve, dass ich mir denke: Bei dem Zeitaufwand kann ja der User gleich HTML/CSS lernen. Und wer mehr Geld als Zeit hat, beauftragt sowieso einen Webdesigner.“

      Ja, das hatte ich noch völlig vergessen im Beitrag zu erwähnen. Daß viele Kunden verzweifelt zu uns kommen, weil ihnen die Nerven und die Zeit blank-liegt. Weil sie eben nicht klarkommen mit den Baukästen.

      Das ist noch ein Punkt, warum die Gratis-Webseite zur teuersten Webseite werden kann.

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