WordPress und die endlosen Aktualisierungen: Plötzlich kommt bei /wp-admin ein „internal server error“

Jeder, der mit WordPress arbeitet, kennt den monatlichen Krampf.

Alle paar Tage eine Erweiterung aktualisieren und alle paar Monate eine neue Version, bei der dann – wie sollte es anders sein – man nur raten kann.

Ob die installierten Erweiterungen (plugins) auch kompatibel sind.

Oder vorher, was bei 25 Erweiterungen, die eine Internetzeitung mindestens hat bei WP – schwierig ist allein zeitlich (ein Tag hat nunmal nur 24 Stunden, das ist so…), alle manuell zu recherchieren und zu überprüfen, ob sie denn auch unter der neuen WP-Version noch funktionieren.

Meist gibt es dazu noch keine Informationen, wenn eine neue WP-Version herauskommt.

Beim Aktualisieren auf die Version 3.8 – die ich für sehr gelungen und modern halte – kam es, wie es kommen mußte. Ein Internetzeitung, die auf WP basiert, hatte Probleme.

Plötzlich, von einer Sekunde auf die andere, kam beim Aufrufen des „/wp-admin“-Links ein „internal server error“, sprich „Intörnäll sörver Error“.

Toll.

Kein Zugriff auf die Blog-Administration mehr möglich.

Ich frage mich ernsthaft, wie es möglich ist, daß der gesamte Admin-Zugriff auf WordPress durch die Aktualisierung einer Erweiterung zusammenbrechen kann. Das ist wirklich in meinen Augen sehr skurril programmiert, wenn sowas möglich ist.

Aber das ist ein anderes Thema.

Zurück zum Problem, das ich hier schildern möchte, weil ich glaube, daß wir nicht die einzigen sind, die bei der Aktualisierung von Erweiterungen nach der Installation von WP 3.8 diese böse Überraschung erleben durften.

Zugriff über den Admin-Link ist nicht mehr möglich, aber der Zugriff über FTP geht noch.

Was tun?

Man gehe über FTP rein und rufe den Ordner /wp-content auf. Man gehen zum Unterordner „plugins“.

Man benenne diesen um in irgendwas anderes, z. B. in plugins-deaktiv.

Nach der Umbenennung sind die Erweiterungen (Englisch „plugins“) nicht mehr erreichbar und können auch nicht mehr sowas Bescheuertes auslösen, daß sie den „wp-admin“-Zugriff blockieren (wobei ich es immer noch  – ich sagte es schon – für skurril halte, daß sowas überhaupt möglich ist, daß eine Erweiterung den Admin-Zugriff überhaupt ruinieren kann, weil dieser doch recht elementar ist).

Danach versuche man erneut, sich einzuloggen über www.IhreDomäne.ch/wp-admin .

Es sollte wieder gehen.

Man hat endlich wieder Zugriff auf die Administration.

Es erscheint im Ordner Erweiterungen nun natürlich eine Serie von Fehlermeldungen, weil man ja den Ordner umbenannt hatte. Das sieht dann so aus:

wp-admin internal server error

Bei einem späteren Einloggversuch kam gleich das hier, warum auch immer:

W3 Total Cache Error: some files appear to be missing or out of place. Please re-install plugin or remove /hermes/waloraweb016/b2902/moo.DeinHosting/IhreDomäne.ch/wp-content/advanced-cache.php.

Und wenn man nun auf die Seite der Erweiterung geht, erfährt man:

Erfordert: 3.0 or higher
Kompatibel ab Version: 3.6.1
Zuletzt aktualisiert: 2013-11-4
Heruntergeladen: 5,374,720

Toll, also geht das tolle Plaggin (plugin) nicht mehr. WordPress 3.8 wurde am 12. Dez. 2013 veröffentlicht und die Erweiterung am 4.11.2013 aktualisiert. Also gut einen Monat zu früh die Erweiterung aktualisiert oder WP 3.8 einen Monat zu spät erschienen. Gut, lassen wir Sarkasmus.

Doch nicht, daß einfach mal nur die Erweiterung nicht mehr funktioniert, sondern mehr noch: WordPress bricht gleich zusammen bzw. läßt sich nicht mal mehr administrieren. Immerhin betrifft dies über 5 Millionen Leute, die diese Erweiterung installiert haben! Ganz toll, oder?

Das sind immer 2/3tel soviel Leute, wie die Schweiz Einwohner hat. Zum Glück aber haben nicht 2/3tel aller Schweizer eine WordPress-Seite mit dieser Erweiterung. Sonst gäbe es in der Schweiz Ausnahmezustand. Zum Glück gibt es den nur bei mir und anderen Leuten auf der Welt, die nicht damit rechnen konnten, daß diese Erweiterung nach einer Aktualisierung die Webseite / den Blog / die Internetzeitung zerfetzen kann.

Doch zur Lösung: Also in den Ordner „plugin“ rein und dort diese Erweiterung löschen.

Das ewige Hamsterrad-Spiel mit WordPress halt. Es nimmt nie ein Ende. Kein Wunder, daß sich immer mehr Leute an diesem Spiel nerven.

Wer hätte schon Lust auch ein Auto, bei dem er immer wieder befürchten muß, daß es plötzlich auf der Autobahn nicht mehr funktioniert?

So, wie hier geschehen mit einer Internetzeitung. Die täglich 7.000 bis 10.000 Leser hat plus-minus. Ich denke, das kann man schon mit dem Fahren auf einer Autobahn mit einem Auto vergleichen. Wenn so eine Internetzeitung betroffen wäre mit 100 Lesern am Tag, naja, das wäre was anderes. Oder ein privater Blog oder sowas oder eine Firmenseite. Auch ärgerlich, aber man muß nicht die Nacht durchackern, damit es am nächsten Tag wieder läuft.

Also, wer WP einsetzt für größere Projekte, der muß akribisch prüfen und prüfen und nachsehen, ob die Erweiterungen nach dem Erscheinen einer neuen WP-Version mit dieser auch kompatibel sind, bevor er auf eine neue Version auch bei einer Erweiterung aktualisiert.

Was für ein bescheuerter Aufwand, wenn man 15 oder 25 Erweiterungen hat, die man dann alle 3 Monate prüfen muß. Das ist eindeutig verbesserungswürdig, WordPress!

Man könnte ja anzeigen vor der Aktualisierung und Warnmeldungen machen. So wie alle anderen Systeme das schaffen. Z. B., wer seinen FF aktualiert (firefox browser), der kriegt immer eine Meldung, welche Erweiterungen nicht mehr kompatibel sind und man hat die Möglichkeit, diese dann zu deaktivieren. Aber es zerfetzt einem nicht den Brauser (browser).

Bei Wordpeß aber ist es anders: Es wird zerfetzt bzw. zerfetzt sich einfach selbst mal kurz.

Doch weiter zur Behebung der ätzenden WP-Selbst-Zerfetzung:

Nachdem man nun die Datei advanced-cache.php. (vgl. obige Fehlermeldung) entfernt hatte via FTP konnte man sich wieder einloggen.

Allerdings: Durch die temporäre Umbenennung des Ordners „plugins“ wurden sämtliche Erweiterungen automatisch von WP deaktitiviert.

Also mußte man alle Erweiterungen neu aufsetzen.

Eine Nacht lang hat mich WP heute gekostet. Sowas gibt es bei keinem anderen System auf der Welt. Daß eine Erweiterung plötzlich ein ganzes System zerfetzen kann, nur weil man eine Version aktualisiert und diese Erweiterung nicht kompatibel ist.

Und dabei wird man von WP ständig aufgefordert: Aktualisiere! Aktualisiere jetzt! Sofort auf die neue Version aktualisieren!

Da wird doch der auf der WP-Seite erscheinende Spruch: „WordPress 3.8 ist verfügbar, aktualisiere jetzt“ zum großen Lacher. Da sollte ein anderer Spruch stehen:

Wir warnen Sie ausdrücklich: Wenn Sie auf die neue Version aktualisieren, kann es sein – so schön die neue Version auch ist – daß Ihr Blog / Ihre geliebte Internetzeitung / Ihre schöne Firmenwebseite zusammenbricht und sie Techniker rufen müssen oder sich, wenn sie sich selbst der Sache annehmen mindestens eine Nacht durchschlagen müssen mit dem Studieren von Internethilfen für das Wiederherstellen eines zusammengebrochenen WP-Systems. Überlegen Sie sich daher 100fach, ob Sie wirklich auf „automatisch aktualisieren“ klicken wollen.

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4 responses .

  1. […] Daher muß man Technik, die einem Zeit raubt anstatt Zeit zu geben, von sich fernhalten (WordPress mit seinen ständigen Aktualisierungen, auf dem damals auch SchweizBlog.ch gemacht wurde, als WordPress noch nicht so war, daß WP seine Anwender schikanierte mit Lust an Bürokratie-Terror). […]

  2. Ja, wordpress… Reduzieren Sie die Zahl der Erweiterungen auf das Notwendigste und verwenden Sie möglichst nur Erweiterungen die verbreitet sind und eine breite Nutzerbasis haben. Die werden in der Regel sehr zeitnah mit den WordPressaktualisierungen auf dem Laufenden gehalten. 15 – 25 Erweiterungen ist eine Menge. Je mehr Erweiterungen desto größer ist auch die Gefahr, dass diese sich gegenseitig ins Gehege kommen können und miteinander Fehler verursachen…

  3. […] Ich hab mich schon verschiedenlich zu WordPress und WordPress-Alternativen geäußert, z. B. hier. […]

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