Schweizer Suchmaschine „horizobu“

Horizobu: Horror zum Ansehen, die Augen schmerzen beim Aufruf der Seite (Bildschirmfoto)

Horizobu: Horror zum Ansehen, die Augen schmerzen beim Aufruf der Seite (Bildschirmfoto, zur Großansicht anklicken)

Eine neue Schweizer Suchmaschine heißt Horizobu.

Und nicht nur der Name ist einfach doof gewählt finde ich, sondern sie ist häßlichst aufgemacht und völlig dilletantisch. Den Namen kann sich kein Mensch merken, Vertipper sind vorprogrammiert. Einfach ist das Gegenteil von so einem Namen.

Kaum zu glauben, daß sowas angeblich aus dem Umfeld der ETH Zürich kommt.

Neu soll sein, daß die Suchmaschine nur 6 Ergebnisse anzeigt. Die Nutzer betrachten meistens nur die ersten Treffer, so der ehemalige Professor für Informatik Werner Hartmann.

Was soll der Vorteil sein davon, frag ich mich? Manche gucken ja weitere Ergebnisse an und finden unter den erste sechs Ergebnissen nicht, was sie suchten.

„Anstatt tausende von Resultaten anzubieten, zeigt horizobu nur wenige, dafür möglichst relevante Resultate. Im Unterschied zu gängigen Suchmaschinen können Sie aber Resultate sowohl löschen als auch speichern und mit anderen Personen teilen.“ heißt es auf der Webseite der Suma. Ja, und? Google zeigt ja auch nur 10 Ergebnisse, Bing und Yahoo ebenfalls. Nur, wenn man weiterklickt, gibt es mehr zu sehen.

Man kann also selbst entscheiden, ob man mehr sehen will oder nicht. Wo bitte soll der Nutzen liegen, Leute zu beschränken in der Entscheidungs- und Wahlfreiheit.

Und dann das: Der Nutzer kann die besten Suchergebnissen an der Seite zwischenspeichern, um zukünftige Suchen von ihm mit besseren Ergebnissen zu erhalten.

Das macht Google automatisch.

Ein berliner Büro mit dem sprechenden Namen "Fuklab" hat die Seite gestaltet. Wer die Seite von "Fuklab" ansieht, wundert sich nicht mehr, warum Horizobu so aussieht, wie es aussieht. (Bildschirmfoto: Fuklab.de)

Ein berliner Büro mit dem sprechenden Namen „Fuklab“ hat die Seite gestaltet. Wer die Seite von „Fuklab“ ansieht, wundert sich nicht mehr, warum Horizobu so aussieht, wie es aussieht. (Bildschirmfoto: Fuklab.de)

Was ich aber noch schlimmer finde, ist die Optik. Selten hat man im Internet eine derart häßliche Seite gesehen. Für das wirktlich grausame Aussehen der Webseite sollen gemäß Eigeninformation verantwortlich sein: „Beate Niedhart, Florian Stolzenhain, Oliver Spieker (fuklab Berlin, Germany)

Und auch das: Wenn man eine neue Schweizer Suchmaschine machen möchte, warum dann null Bezug zur Schweiz im Logo oder im Namen?
Schweiz steht immerhin für Qualität. Allerdings ist es bei einer derart qualitätslosen Sache gut, daß sie nicht genannt wird, finde ich.

Und sie ist unübersichtlich, es schmerzt einfach in den Augen, wenn man die Seite Horizobu – oder hieß es Horizubu – aufruft?

Was ist sonst neu?
Auf der Webseite wird folgendes behauptet, allerdings nicht belegt:
Von klassischen Suchmaschinen unterscheidet sich horizobu in verschiedenen Aspekten:

Für Großansicht anklicken (Bildschirmfoto: Fuklab.de)

Für Großansicht anklicken (Bildschirmfoto: Fuklab.de)

horizobu eröffnet Ihnen bei der Suche neue Horizonte und Einsichten.

Anm.: Warum? Wieso denn bitte?

horizobu hilft Ihnen beim Formulieren von guten Suchanfragen.

Anm.: Warum? Wieso denn bitte? Woran ist es zu erkennen? Belege?

horizobu „spricht“ mit Ihnen und unterstützt Sie beim Treffen der richtigen Wahl.

Anm.: Warum? Wieso denn bitte?

horizobu bietet eine neue Benutzerschnittstelle. Sie können Ihre Suchtreffer sammeln und verwalten.

Gut, das wäre wirklich was Neues.

horizobu lädt Sie ein, Ihre Sucherfahrung mit Freunden zu teilen.

Wer braucht das?

horizobu ist mehr als eine Suchmaschine, horizobu ist eine Entdeckungsmaschine!

Indem man die Nutzer auf sechs Ergebnisse beschränkt? Da entdeckt man aber woanders mehr.

Dann ist noch vermerkt, daß man offenbar Kredite in Anspruch nimmt:

„Credits: horizobu stützt sich teilweise auf den Index Yahoo! BOSS ab und nutzt Inhalte der Wikipedia.“

Na toll. Als ob Google nicht immer Wikipedia auswertet und oft auf Platz 1 bringt. Und bei Yahoo suchen kann ich auch.

Und als ob alles nicht schon anwenderfremd genug wäre, ist die FB-Seite von Horizobu auf Englisch (fast nur). Marktferner kann man eigentlich kaum mehr etwas aufziehen.

Und als ob alles nicht schon anwenderfremd genug wäre, ist die FB-Seite von Horizobu auf Englisch (fast nur). Marktferner kann man eigentlich kaum mehr etwas aufziehen.

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